Der Einsatz sensorierter Bauteile ist der Natur abgeschaut. Knochen erzielen durch die Fähigkeit zur Anpassung der inneren Struktur an äußere Lasten hohe Widerstandsfähigkeit bei geringem Gewicht. Diese Anpassung gelingt allerdings nur für andauernde Belastungen. Der menschliche Konstrukteur seinerseits kann bei der Bauteildimensionierung nur eine begrenzte Zahl von Lastfällen vordefinieren. Außergewöhnliche Ereignisse wie Missbrauch, Unfälle oder nicht vorhergesehene Betriebszustände werden nicht berücksichtigt. Zuschläge bei den Materialstärken, Sicherheitsfaktoren, minimieren das Versagensrisiko im Betrieb, regelmäßige Wartung tut ein Übriges. Aber Sicherheitsfaktoren erhöhen das Bauteilgewicht, Wartung ist kostspielig.

Die Natur verfolgt daher eine Vermeidungsstrategie: Kritische Belastungen werden erkannt. Bewusste, vielfach aber gerade unbewusste, reflexartige Reaktionen steuern ihnen entgegen. Der Knochen, um im Beispiel zu bleiben, verfügt neben einer optimierten Struktur über eine Knochenhaut, in der Nerven als Drucksensoren agieren. Die aufgenommenen Informationen werden ausgewertet, eine geeignete Reaktion eingeleitet. Kommt es dennoch zu einer Verletzung, verfügt die natürliche Struktur über die Fähigkeit zur Heilung. Übertragen auf die technische Welt kommt dieses Beispiel einer kontinuierlichen Strukturüberwachung gleich.